Traditionsuhren aus Glashütte
Bekannt ist die Stadt Glashütte, die im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge liegt, durch die Herstellung von luxuriösen Herrenuhren und eleganten Damenuhren geworden. Der Erzbergbau war bis etwa Anfang des 19. Jahrhunderts das wirtschaftliche Rückgrat der Stadt. Silbererz wurde aus der Erde gefördert. Mit Erschöpfung der Minen wurde der Bergbau beendet.
Die königlich-sächsische Regierung veranlasste den Uhrmachermeister Ferdinand Adolph Lange sich 1845 in Glashütte anzusiedeln. Er bekam dafür 7.000 Taler als Anfangskapital. Er beginnt mit der Ausbildung der ersten sächsischen Uhrmacher. Nach einigen Startschwierigkeiten stellt sich der wirtschaftliche Aufschwung 1875 ein. Anschließend lassen sich weitere Uhrmacher in Glashütte nieder. Zu bekannten Firmen sind Lange & Söhne, Assman, Union, Glashütter Präzisionsuhrenfabrik e.G.m.b.H., Uhrenfabrik AG (UFAG) geworden.
Am 8. Mai 1945 greifen sowjetische Flieger Glashütte an und zerstören es zu großen Teilen. Mit der Besatzung durch die UdSSR und die Teilung Deutschlands in Ost und West, werden die ansässigen Uhrmachereien enteignet und in den Gesamtbetrieb VEB Glashütter Uhrenbetriebe (GUB) eingegliedert. Die einzelnen Marken verschwinden vom Markt. Weiterhin gelten die Glashütter Uhren als wertvolle Zeitmesser. Im Gegensatz zu der Massenware aus Ruhla, Uhrenkonkurrenz aus Thüringen. Die Glashütteruhrenwerke stellten vordergründig Automatikuhren her. Berühmt geworden sind die „Spezimatic“ und das Nachfolgemodell „Spezichron“. Kurz vor der Wiedervereinigung werden aber hauptsächlich Quarzuhren gefertigt.
Aus der Auflösung gingen folgende Uhrenmarken gestärkt wieder hervor:
Das prestigeträchtige Unternehmen A. Lange & Söhne. Stellt heute ausschließlich mechanische Uhren her. Die zur Swatch Group gehörende Glashütte Orginal / Union Glashütte. Fertigt mechanische Uhren an. „Nautische Instrumente Mühle“, bekannt für seine mechanischen Schiffschronometer und Uhren. Seit 1991 ebenfalls im Geschäft mit mechanischen Uhren ist das Unternehmen Nomos Glashütte. Der Atelier Bruno Söhnle baut Quarzuhren. Einige kleine Spezialfirmen für die Fertigung von Uhrenteilen haben überlebt.
Der Luxus-Juwelier „Wempe“ siedelte sich nach der Wiedervereinigung in Glashütte an und bildet nun hausintern Chronometeruhrmacher aus.