Die Abwrackprämie 2009

Am 14. Januar 2009 hat die Bundesregierung Deutschland das sogenannte Konjunkturpaket II beschlossen, mit welchem sie die Rezession im Jahr 2009 etwas abgemildert werden soll.

In diesem Konjunkturpaket ist eine Umweltprämie, umgangssprachlich auch Abwrackprämie oder Verschrottungsprämie enthalten, die Autofahrer zum Kauf von umweltschonenden Neuwagen animieren soll. Dadurch sollen sowohl die Automobilindustrie als auch Umwelt- und Klimaschutz gefördert werden.

Die Prämie von 2500 € kann man erhalten, wenn man sein mindesten neun Jahre altes Auto verschrotten lässt und sich einen Neuwagen oder einen Jahreswagen kauft. Dabei ist zu beachten, dass das Auto mindestens ein Jahr auf den Halter zugelassen sein muss und nicht vorzeitig vor dem Kauf des Neuwagens abgemeldet werden darf. Das neu gekaufte Auto muss zusätzlich mindestens die Abgasnorm Euro 4 erfüllen.

In Anspruch nehmen können die Abwrackprämie nur Privatpersonen und die Prämie wird nur für PKWs ausgezahlt. Gewerbliche Halter und Fahrzeuge mit LKW-Zulassung sind ausgenommen. Geltend gemacht werden kann die Umweltprämie für alle Autos mit einem Kaufvertrag ab dem 14. Januar, die bis zum 31. Dezember zugelassen wurden. Die Antragsformulare sind seit dem 27. Januar erhältlich.

Der Käufer eines Neuwagens kann sich bei der Antragstellung nicht sicher sein, ob er die Umweltprämie erhält oder nicht. Dem Antrag muss jedoch ein Nachweis über die Verschrottung des alten Autos beigefügt werden, sodass dem Kunden im Falle einer Absage die Chance entgeht, sein altes Auto noch zum Marktpreis zu verkaufen. Wenn die Prämie nicht gezahlt wird, macht der Antragsteller also möglicherweise Verlust.

Umstritten ist die Abwrackprämie auch aus ökologischer Sicht. Da die Ökobilanz der Fahrzeuge nicht beachtet wird, kann die vorzeitige Entsorgung noch intakter Fahrzeuge die Umwelt mehr belasten als ein Neuwagen. Ein Großteil der Gesamtemission eines Fahrzeuges entsteht schließlich während der Herstellung, sodass die Produktion von Neuwagen umweltschädlicher sein kann als die weitere Benutzung älterer, noch funktionstüchtiger Fahrzeuge.

Erfolg versprechen sich die Verantwortlichen und die Automobilhersteller von der Umweltprämie allerdings trotzdem. Bereits Mitte Januar 2009 kam es zu großen Absatzsteigerungen bei den Autohäusern, obwohl das Premiumsegment, welches vorwiegend von Firmenwagen bestimmt ist, von der Umweltprämie nur wenig betroffen ist. Auch der Export, welcher einen Großteil des Absatzes deutscher Automobilhersteller ausmacht, ist von der Prämie ausgenommen. Beschränkt werden die Umsatzsteigerungen und damit der Erfolg der Umweltprämie vor allem dadurch, dass nur Zulassungen bis zum 31. Dezember 2009 beachtet werden. Die Folgejahre können sogar mit einem Absatzminus einhergehen, da viele Kunden den Kauf eines Neuwagens nur zeitlich vorverlegt haben, um die Prämie zu erhalten, nur die wenigsten Käufer werden wohl ein zusätzliches Auto kaufen.

ADCELL

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