Das Wiesn ABC
München ist für sein größtes Volksfest der Welt bekannt.
Jedes Jahr strömen Millionen Besucher in die bayerische Hauptstadt und tanzen zwei Wochen lang auf den Bierbänken, verputzen ein Hendl nach dem anderen und genießen die Attraktionen der Schausteller. Wie viel Arbeit davor nötig war, dass Volksfest aufzubauen, mag man als Besucher kaum glauben. Anfang oder Mitte Juli wird mit dem Wiesn-Aufbau begonnen. Zuerst werden die großen Festzelte aufgestellt, danach folgen die kleineren. Einem Monat vor Beginn reisen die Schausteller an und bauen ihre Attraktionen auf.
Auf der Wiesn wurden 2009 rund 6,6 Millionen Liter Bier ausgeschenkt. Dieses Bier darf nur von bayerischen Brauereien ausgeschenkt werden. Beim Bierpreis scheiden sich die Geister der Besucher, denn ab einem Preis von 8 Euro und aufwärts schluckt der ein oder andere doch etwas. Und damit man nicht verhungert kann man sich gleich noch die extra großen und frischen Wiesnbrezen kaufen. Wer vom Bier ganz großen Hunger bekommen hat, der bestellt sich ein saftiges Hendl.
Um modisch zur Masse zu gehören, ist es oberste Pflicht für die Münchner Einwohner in der heimischen Tracht zu erscheinen. Die Frau kommt in einem traditionellen Trachtenkleid, das „Dirndl“ heißt. Das Wort Dirndl ist zudem eine mundartliche Bezeichnung für eine junge Frau. Die Männer hingegen holen zur Wiesnzeit ihre Lederhose aus dem Schrank. Aber auch die Damen haben gefallen an diesem Kleidungsstück gefunden und immer öfters sieht man das weibliche Geschlecht in einer knappen Ledernen auf der Wiesn. Leute, die nicht aus München kommen, haben sich diesem Trachtenmode Trend angeschlossen und mittlerweile kann man auch Chinesen und Amerikaner in Dirndl und Lederhose bewundern.
Auch wenn die Bierzelte um 23 Uhr schon schließen ist das kein Grund nach Hause zu gehen. Denn die Party fängt jetzt erst an. In den zahlreichen Münchner Clubs und Bars finden die Wiesengänger Bierzeltmusik und Wiesen-Flair. Der Wiesn-Gaudi geht solange bis früh wieder die Festzelte aufmachen.
