Aktuelle Betrachtungen zur Inflation

Im Juli 2009 vermeldete das Statistische Bundesamt zum ersten Mal seit 22 Jahren eine negative Inflationsrate von minus einem halben Prozent.

Im September 2009 nun lag die Inflation abermals unter null, diesmal bei minus 0,30 Prozent.

Schon werden erste Stimmen laut, die vor einer Deflation – also einer Phase anhaltend negativer Teuerungsraten – warnen. Eine Deflation ist gesamtwirtschaftlich unerwünscht, da hier das Preisniveau schneller sinkt als die Hersteller ihre Kosten für Löhne, Material und Rohstoffe senken können. Es kommt zu Gewinneinbrüchen, Firmenpleiten und Entlassungen.

Danach sieht es derzeit allerdings nicht aus, denn die negative Inflationsrate der Monate Juli und September 2009 resultiert in erster Linie aus dem Absinken der Benzin- und Heizölpreise in der zweiten Jahreshälfte, nachdem diese im ersten Halbjahr 2009 förmlich in die Höhe geschossen waren.

Klammert man diese Faktoren (Benzin und Heizöl sowie Lebensmittel) aus der Inflationsbetrachtung aus, so lässt sich feststellen, dass die Kernrate der Inflation nach wie vor stabil ist und bei etwas unter einem Prozent liegt.

Eine positive Seite hat die negative Inflationsrate in erster Linie für Anleger. Obwohl die Zinsen auf Tagesgeld und Festgeld seit Oktober letzten Jahres im Grunde nur gesunken sind, lassen sich dank der seit 2009 geltenden Abgeltungssteuer und der niedrigen Inflationsrate sowie den gesunkenen Leitzinsen und Interbankenzinsen heute höhere Nachsteuerrenditen erzielen als noch vor einem Jahr – und das trotz niedrigerer Nominalzinsen.

Und so ist es denn auch nicht weiter verwunderlich, dass sich Tages- und Festgelder trotz niedrigerer nominaler Zinsen ungebremster Beliebtheit erfreuen – und das trotz den seit Frühjahr 2009 steigenden Aktienkursen.

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